Trennschnitte ohne Querschnittsbegrenzung – das Diamant-Seilsägeverfahren für Fundamente, Massivbauteile und Spezialschnitte, die mit konventionellen Methoden nicht erreichbar sind.
Das Seilsägen (auch Diamant-Seilsäge oder Seilschneidtechnik) ist ein Trennverfahren für sehr große oder komplex geformte Betonquerschnitte, die mit konventionellen Wandsägen oder Fugenschneidern nicht erreichbar sind. Ein mit Diamantsegmenten besetztes Stahlseil wird über Umlenkrollen geführt, unter Zugspannung gesetzt und mit hoher Geschwindigkeit durch das Bauteil gezogen – ohne Sprengung, ohne Erschütterung, ohne Schäden am Restbeton.
Seilsägen ist das Verfahren der Wahl, wenn konventionelle Trennmethoden an ihre Grenzen stoßen: extrem dicke Fundamente, bewehrte Massivbauteile, schwer zugängliche Geometrien oder höchste Anforderungen an die Restbetonqualität.
Abtrennen und Zerteilen von Massivfundamenten, Kellerbodenplatten und Betonsohlen jeder Stärke – auch bei starker Bewehrung oder Vorspannung.
Rückbau von Brückenträgern, Pfeilern und Widerlagern – ohne Sprengung, kontrolliert und erschütterungsfrei.
Zerlegung von Maschinenfundamenten, Reaktorbehältern und Produktionsanlagen aus Stahlbeton.
Trennschnitte in Tunnelwänden, Schächten und Untergeschossen bei schwierigen Platzverhältnissen.
Seilsägen unter Wasser – für Rückbau von Spundwänden, Kaimauern und Unterwasserfundamenten.
Horizontale, vertikale, schräge oder kreisförmige Schnittführungen – nicht auf Geradlinigkeit beschränkt.
Die Wandsäge ist auf max. 80–100 cm Schnitttiefe begrenzt und nur gerade Schnitte möglich. Das Seilsägen hat keine Tiefenbegrenzung und kann auch gebogene oder komplexe Geometrien schneiden.
Kernbohrungen erzeugen kreisrunde Öffnungen bis Ø 700 mm. Das Seilsägen ermöglicht rechteckige, freie Schnitte beliebiger Größe – auch für großformatige Querschnitte, die mit Kernbohrungen nicht möglich sind.
Konventioneller Hydraulikabbruch erzeugt starke Erschütterungen und gefährdet Reststrukturen. Das Seilsägen ist erschütterungsfrei und erhält die Qualität des verbleibenden Betons.
Trennlinien festlegen, Umlenkbohrungen für das Seil einbringen – üblicherweise Kernbohrungen Ø 100–200 mm.
Diamantseil durch die Bohrungen fädeln und auf der Antriebseinheit aufspannen.
Maschine läuft unter Kühlwasser – das Seil arbeitet sich gleichmäßig durch den Querschnitt.
Abgetrennte Betonkörper werden gesichert und kontrolliert abgesenkt oder aufgebrochen.
Betonschutt wird fachgerecht abtransportiert und entsorgt.
Theoretisch gibt es keine Obergrenze – selbst mehrere Meter starke Fundamente wurden mit Seilsägen getrennt. Praxisüblich sind Querschnitte von 50 cm bis über 3 m Dicke, die mit konventionellen Methoden nicht erreichbar sind.
Ja – da keine Erschütterungen entstehen, ist Seilsägen in der Regel während des laufenden Betriebs (z. B. in Industrieanlagen) möglich. Eine Vorabklärung der Lärmemission ist empfehlenswert.
Bei tragenden Bauteilen grundsätzlich ja – vor dem Seilsägen müssen Sicherungsmaßnahmen durch einen Statiker geplant und freigegeben werden. Wir koordinieren dies gerne mit Ihrem Planungsteam.